Newsletter März/April 2018

Text zur Monographie von Lissy Funk, Bieler Tagblatt, 4. Januar 2000

Eigentlich hätte dieser Newsletter schon lange erscheinen sollen. Doch entpuppten sich die Vorbereitungen dazu als aufwändig.

Das Thema: Die Website selbst. Ihr Ziel ist es, ein Stück Gedächtnis der Kunstszene Schweiz am Licht zu erhalten. Wie war das damals in den 70ern – war da die Kunst bereits so gesellschafts- und umweltkritisch wie die Kunstgeschichte das behauptet? Zeigten die damals wie Pilze aus dem Boden schiessenden Galerien landauf, landab bereits progressive Ansätze dieser Art? – In Nischen ja, mehrheitlich nein. Ich selbst stand am Anfang meiner Tätigkeit als Kunstkritikerin. Im Aargau. Mein Auftrag war es, auf den Kulturseiten des Aargauer Kuriers aber auch in den Aargauer Tageszeitungen das zu kommentieren, was der Kunstbetrieb anbot. Und das war alles andere als revolutionär. Die Gesellschaft entwickelt sich nie so schnell wie die Vordenker der Zukunft es möchten. Meine eigenen Texte aus den 70ern machen es deutlich. In den 80ern bündelt sich die Sache dann schon viel mehr. Das Gegen-wartskunst-Fieber geht um. Was war ich doch für eine Vielschreiberin! Das gilt auch noch für die 90er-Jahre, doch dann erlahmt das Interesse der Medien an der bildenden Kunst – Sparzwänge setzen überall Grenzen und das ist bis heute so.

Meine Website ist immer noch eine Baustelle. So merkte ich erst kürzlich dass der Ordner zu den Buchstaben E und F nie bearbeitet wurde – das heisst konkret dass man vergebens nach älteren Texten von Maria Eichhorn, Rita Ernst, Hans Falk, Philippe Fretz, Robert Frank, Katrin Freisager, Silvie Fleury, Judy Fox, Lissy Funk, Robert Filiou, Helmut Federle und vielen anderen E und F mehr suchte. Das hat sich nun geändert, mitsamt eigenhändigen Leads zu jedem Text.

Natürlich hatte ich mir vorgenommen, nicht alle hochzuladen, weil viele Künstler, über die ich mal schrieb, zu unbedeutend oder längst vergessen sind, aber oft erwies sich das Nachlesen von kaum mehr Erinnertem dann doch als zu spannend als dass ich es als quantité négligable einstufen wollte. Vor allem zu den Texten aus den frühen 70erJahren entwickelte ich eine geradezu nostalgische Beziehung. Na ja, alle sind mal gestartet….

Beim stöbern – nicht nur unter den E- und F-KünstlerInnen – wünsche ich viel Vergnügen.